Förderung von Wühlarealen
Förderung von Wühlarealen

Das Wühlen ist ein artspezifisches Verhalten von Schweinen. Damit sie ihr Wühlbedürfnis in den herkömmlichen Ställen ausleben können, benötigt es ein Wühlareal. Wühlareale sind Bereiche, welche mit einem geeigneten Substrat und zum Wühlen tief genug eingestreut sind. In der konventionellen Schweinehaltung werden Wühlareale nicht angeboten. Lediglich in der Bio-Haltung von Zuchtsauen sind während der Trächtigkeit Wühlareale oder ein Weidezugang vorgeschrieben. Bei KAGfreiland sind Wühlareale für alle Schweine Pflicht.
Die Crux
Aktuell fehlt es noch an geeigneten und praxistauglichen Lösungen. Die Umsetzung eines Wühlareals im Schweinestall ist für Betriebe eine Herausforderung. Das Wühlareal wird insbesondere bei feuchtem Wetter oder bei ungünstiger Platzierung von den Schweinen gerne als Kotplatz genutzt. Dies ist wiederum mit einem grossen Arbeitsaufwand verbunden, da das Wühlareal dann häufiger entmistet werden muss. Aktuell gibt es noch wenig Erfahrungswerte zum Bau und Management von Wühlarealen.
Living Labs als Entwicklungszentrale für die Wühlareale
In der Praxis sind noch viele Fragen offen, wie Wühlareale hinsichtlich Tierwohl und Wirtschaftlichkeit optimal genutzt werden können. Diese Fragen gilt es zu klären. Um die Entwicklung der Wühlareale voranzubringen und den Erfahrungsaustausch zu fördern, wird im Projekt ein sogenanntes Living Lab durchgeführt. Living Labs sind ähnlich wie Arbeitskreise, haben aber noch mehr die Forschung und Entwicklung im Fokus. In den Living Labs können sich die Teilnehmenden austauschen und gemeinsam Forschungsfragen zum Thema Wühlareal formulieren. Diese werden dann gemeinsam mit den Landwirtschaftsbetrieben in der Praxis angegangen und untersucht. KAGfreiland wird zusammen mit dem FiBL die Treffen organisieren und die Landwirtschaftsbetriebe bei der Umsetzung der gewählten Forschungsansätze begleiten.
Die Ergebnisse aus den Praxisversuchen werden schliesslich als Merkblatt und in einem Video veröffentlicht. Durch das Teilen der Erkenntnisse mit der Praxis kann die Anwendung von Wühlarealen gefördert werden.