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Ausgangslage

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KAGfreiland fördert die Vermarktung von MuKa-Produkten

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KAGfreiland fördert die Vermarktung von MuKa-Produkten

Für die Produktion von Milch muss die Kuh regelmässig ein Kalb gebären. Das Kalb wird früh von der Mutter getrennt, damit man möglichst den vollen Milchertrag der Kuh für den Verkauf zur Verfügung hat. Auf den meisten Betrieben werden Kuh und Kalb nach wenigen Stunden bis ein, zwei Tagen nach der Geburt getrennt. Sowohl von KonsumentInnen wie auch vermehrt von ProduzentInnen besteht der Wunsch, das Kalb länger bei der Kuh säugen zu lassen, um das natürliche Mutter-Kind-Verhältnis nicht zu stören und um Folgeprobleme der frühen Trennung zu verhindern.

Durch MuKa kann dieses Fehlverhalten weitgehend verhindert werden und die natürlichen Bedürfnisse sowohl von der Kuh als auch dem Kalb werden berücksichtigt. Die natürliche Haltung mit ausgiebigem Kontakt zwischen Mutter und Kalb bietet eine artgerechte Alternative zur Haltung des Kalbes allein im Iglu oder in der Kälbergruppe. Das Kalb wird von der Mutter aufgezogen und lernt auf natürliche Weise die Gepflogenheiten der Herde. Es erfährt Zuwendung wie das Ablecken durch die Mutterkuh und kann in einem seiner Biologie entsprechenden Umfeld aufwachsen. Resultierend ist das junge Kalb weniger Stresssituationen (Trennung, Transport, Umstallung, hoher Erregerdruck) ausgesetzt. Es folgt eine bessere Kälbergesundheit und weniger Tierleid durch Krankheit wie Lungenentzündungen oder Durchfall mit Dehydrierung. Bei diesem System wird den natürlichen Bedürfnissen der Tiere ein hohes Gewicht beigemessen. Die muttergebundene Kälberaufzucht stellt somit die natürlichste und tierfreundlichste Form innerhalb der Milchproduktion dar und steht für eine Landwirtschaft mit maximal hohem Tierwohlstandard. Diese Haltungsform ist erst seit Juli 2020 gesetzlich erlaubt. Zuvor war die Ablieferung von Milch aus MuKa-Haltung aufgrund einer ungenauen Formulierung in der Milchhygieneverordnung eine rechtliche Grauzone.

Diese tierfreundliche Haltungsform verursacht in der Milchproduktion hohe Kosten, beispielsweise aufgrund des erhöhten Platzbedarfs (alle Kälber bleiben länger bei der Mutter und auf dem Geburtsbetrieb) und der geringeren Einnahmen (20-40 Prozent geringere vermarktbare Milchmenge). Ein kostendeckender Erlös ist aktuell noch schwierig zu erreichen, da erst relativ wenige Betriebe effektiv mit allen Tieren MuKa betreiben und diese zusätzlich in der ganzen Schweiz verstreut liegen. Eine regionale Verarbeitung von ausschliesslich MuKa-Milch ist deshalb kaum möglich und eine nationale Verarbeitung bedingt lange Wege für die Logistik.

Es braucht Lösungen, die es den Landwirtinnen und Landwirten, welche die Mutter-Kalb-Haltung betreiben, ermöglicht, nachhaltig und rentabel zu wirtschaften und letztlich dank höheren Produktepreisen überleben zu können. Diese sollen im Projekt «Mit Herz für Mutter und Kalb» aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden.